Professor-Otto-Speck-Schule - Förderzentrum für emotionale und soziale Entwicklung

Prof.-Otto-Speck-Schule

Schulprofil

 

Förderschwerpunkt unserer Schule

Die Prof.-Otto Speck Schule im Zentrum von München ist ein staatliches Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung. Hier werden schulpflichtige Kinder und Jugendliche in den Jahrgangsstufen 1 bis 9 beschult, die nach Maßgabe des Art. 41 Abs.1 des BayEUG an einer allgemeinen Schule nicht adäquat unterrichtet und gefördert werden können. Kriterium für die Aufnahme ist die Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung. Ein aktuelles kinder- und jugendpsychiatrisches Gutachten mit Gewährung von Eingliederungshilfen gemäß § 35a SGB VIII ist notwendig.

Im Haupthaus in der Infanteriestraße werden in den 2 Grundschulklassen (wechselnde Jahrgangsstufen) sowie den Mittelschulklassen 5 bis 9 derzeit ca. 8-9 Schüler unterrichtet. Die Außenstelle in Solln umfasst die Jahrgangsstufen 1 bis 4 sowie eine schulvorbereitende Einrichtung (SVE) mit insgesamt ca. 9-10 Schülern.

Die Kinder und Jugendlichen werden bei uns nach dem bayerischen Lehrplan der Grund- und Mittelschule unterrichtet. Sie können den Abschluss der Mittelschule sowie den Qualifizierenden Mittelschulabschluss erwerben. Gelingt dem Schüler ein Richtungswechsel während der Beschulung in unserer Einrichtung, ist jederzeit eine Rückschulung möglich.

 

Zielsetzungen und Handlungsstrategien

Als Förderzentrum sind wir für die Bildung und Erziehung der Kinder und Jugendlichen verantwortlich, wobei die Erziehung bei uns aufgrund des besonderen Förderbedarfs im emotionalen und sozialen Bereich im Vordergrund steht.

Ziel unserer Arbeit mit den jungen Menschen ist der Aufbau und die Festigung eines Sozial- und Lernverhaltens, welches ihnen eine wertorientierte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht. Wir reflektieren mit den Schülern intensiv und individuell Verhaltensmuster, erarbeiten Handlungsalternativen und ermöglichen diese im schulischen Alltag anzuwenden und zu festigen. Stärken der Schüler zu erkennen und zu fördern spielt hier eine bedeutende Rolle. Unsere Schulfamilie bietet den Raum, in dem die Schüler Wertschätzung erfahren und mit Hilfestellungen an ihren Zielen arbeiten können.

Im Konkreten arbeiten wir im schulischen Alltag nach den folgenden Handlungsstrategien: 

Herstellung einer persönlichen Beziehung zum Schüler

  • die Schüler erfahren von uns emotionale Wärme, Wertschätzung und Verlässlichkeit
  • dem Schüler wird bedürfnisorientiert Zeit und Raum gegeben

Herstellung einer professionellen Beziehung

  • klare Trennung von Verhalten und Schülerpersönlichkeit
  • negativen Verhaltensweisen werden bei gleichbleibender Wertschätzung des Schülers klare Grenzen gesetzt

Vermittlung von Werten

  • respektvoller Umgang im Miteinander
  • Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen (u.a. Klassendienste, Hausdienste, Patenschaften für Mitschüler)
  • Grenzen und Regeln akzeptieren
  • Konfrontation mit Wahrheit und Wirklichkeit
  • Lehrerverhalten als Orientierungshilfe mit Vorbildcharakter
  • Entscheidungshilfen unter Berücksichtigung der Entwicklungsstufen geben
  • Vertrauen auf Vorschuss gewähren

Aufbau und Stärkung des Selbstwertgefühls

  • Lernen in kleinen Schritten an konkreten Zielen
  • „Immer wieder beginnen dürfen“ im Sinne einer Entwicklung und Nachreifung
  • Spiegelung und Förderung von Fähigkeiten und Einübung von Fertigkeiten
  • Begleitung und Hilfestellungen im Lernprozess anbieten
  • positives Feedback

Erziehung zum Denken/ zur Selbstreflexion

  • Verhalten in kritisch-konfrontativen Gesprächen mit dem Schüler reflektieren
  • Einsicht erreichen durch intensive, kritisch-konfrontative Auseinandersetzung mit verfestigten, falschen Denkweisen der Schüler u.a. durch die Anwendung paradoxer Interventionen

 

Arbeitsformen/ Erlebnispädagogische Projekte

Die Schüler werden bei uns in kleinen Klassen mit bis zu 10 Schülern unterrichtet. Da die Kinder und Jugendlichen ganz unterschiedliche Lernvoraussetzungen sowie Leistungsvermögen mitbringen, ist der Unterricht durch stark differenzierte bzw. individualisierte Sozial- und Arbeitsformen geprägt. Eine geringe Klassenstärke und speziell ausgebildetes Personal ermöglichen ein individuelles Eingehen auf die jeweiligen Bedürfnisse der Schüler.

Besonders für den Beziehungsaufbau und die Erziehung zur sozialen Integration finden bei uns gemeinsame erlebnispädagogische Projekte wie u.a. Erlebniswanderungen, schülergeleitetes Klettern an der hauseigenen Kletterwand, mehrtägige Bergtouren mit Übernachtungen oder die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen und schulübergreifenden Fußballturnieren regelmäßig statt.

 

Erziehungspartnerschaft

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrkräften ist von besonderer Bedeutung bei der Erfüllung des Erziehungsauftrags. Denn beide Seiten tragen Verantwortung und begleiten die Schüler als Erziehungspartner auf ihrem Weg. Ein regelmäßiger Austausch spielt daher bei uns eine sehr wichtige Rolle.

Als Bindeglied zwischen Schule und Elternhaus bereichert unser Elternbeirat darüber hinaus u.a. durch die Organisation verschiedener Aktivitäten unser Schulleben.

 

Offene Ganztagsschule/ Heilpädagogische Tagesstätten

Unser schulisches Angebot wird am Nachmittag durch die Einrichtung der Offenen Ganztagesschule (OGS) für Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 9 mit Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, individueller Förderung und wählbaren Nachmittagsangeboten ergänzt. Ebenso befinden sich in beiden Häusern Heilpädagogische Tagesstätten (HPTs), die von den Grundschülern am Nachmittag besucht werden können.

 

Berufsvorbereitung

Die Jugendlichen werden von uns in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und der Berufsberatung auf die Arbeitswelt vorbereitet und im Übergang begleitet. Das Programm JADE (Jugendliche an die Hand nehmen und begleiten) als Kooperationsprojekt zwischen Jugendhilfe, Agentur für Arbeit und Schulen ist bei uns in den Jahrgangsstufen 8 und 9 ein fester Bestandteil des Schulalltags. Die Schüler werden hier bei der Berufsorientierung, Berufswahl und dem Übergang in die Berufswelt unterstützt.

 

Kooperatives Netzwerk

Eine enge Zusammenarbeit mit allen am Kind beteiligten Stellen spielt zur Erfüllung des besonderen Erziehungsauftrags eine entscheidende Rolle. Ein regelmäßiger Austausch findet bei uns auf ganz unterschiedlichen Ebenen statt, die mit den verschiedenen Einrichtungen individuell vereinbart werden.